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Familienurlaub Reit im Winkl: Eine Woche mit Kids

  • Autorenbild: MsPink
    MsPink
  • vor 16 Stunden
  • 9 Min. Lesezeit

Ich glaube, du kennst das auch.

Du hast einen Plan. Einen richtig guten Plan. Flüge fast gebucht, Koffer schon halb im Kopf gepackt, die Kinder schon heiß gemacht auf etwas Großes. Und dann kommt das Leben und sagt: Nein. Nicht jetzt. Nicht so.

Genau das ist uns passiert. London war der ursprüngliche Plan – das große Bubi hatte gerade zum ersten Mal richtig Englisch in der Schule, und wir wollten ihm zeigen, wie sich die Sprache anfühlt, wenn man mittendrin ist. Big Ben, rote Doppeldeckerbusse, Fish & Chips. Die ganze Chose. Aber dann, angesichts der damals aktuellen Weltlage, haben wir uns dagegen entschieden. Vorgemerkte Flüge gestrichen, Plan verworfen, neu gedacht.


Reit im Winkl. Ein kleines Bergdorf in den Chiemgauer Alpen, das Hubby noch aus seiner Kindheit kennt. Und das er nun – ein bisschen nostalgisch, ein bisschen aufgeregt – seinen Buben zeigen wollte.

Was folgte, war eine Woche, die uns alle vier auf eine Art bereichert hat, die kein Stadttrip der Welt geliefert hätte.



Blick auf Reit im Winkl mit mir
Ausblick auf Reit im Winkl (C)thepinkfamil.life

Warum Reit im Winkl der perfekte Familienurlaub in den Alpen ist

Reit im Winkl ist kein Urlaubsort, der schreit. Er flüstert. Kleine Straßen, überschaubare Ortsgröße, kaum Rummel – aber ringsherum eine Naturkulisse, die einen sofort runterbringt. Keine langen Anfahrten zu den Highlights, kein Stundenlang-im-Stau-Stehen. Alles liegt nah beieinander, und die Mischung aus Wandern, Wasser, Wildnis und einem unerwartet guten Freizeitangebot macht den Ort für Familien mit Kindern zwischen 6 und 12 Jahren zur echten Geheimwaffe.

Wir haben im Hotel Unterwirt gewohnt – ruhig, familiär, mit einem Spielzimmer das die Bubis am ersten Abend gleich entdeckt haben, einem Familienezimmer mit Balkon und Bergblick und einem Frühstück, das jeden Morgen ein kleines Highlight war.


Die Woche auf einen Blick – unser Familienurlaub Reit im Winkl

Bevor ich in die einzelnen Tage gehe, hier ein schneller Überblick. Vielleicht hilft dir das bei der eigenen Planung:

Tag

Aktivität

Highlight

So

Anreise + Barfußpark + Ortsrundgang

Frosch-Fund am Bächle, Bergblick-Spot

Mo

Klausenbachklamm Premiumwanderweg (10 km)

Wasserfall, Almhütte, Hotelpool danach

Di

Freibad Reit im Winkl

Wasserrutsche, Riesenbrettspiele, Faulenzertag

Mi

Freizeitpark Ruhpolding

Drachen-Achterbahn, kostenlose Extras, null Gedränge

Do

Triassic Park Steinplatte (Waidring, Tirol)

Gondel, Dino-Trail, Kaiserschmarrn

Fr

Salzbergwerk Berchtesgaden + Heimreise

Rutsche in den Berg, Spiegelsee, Overall-Feeling

Das ist natürlich nur der Überblick – was dahinter steckt, erzähle ich dir jetzt.


Der erste Tag: ankommen, loslassen, Eis essen

Wir sind sonntagmorgens losgefahren. Entspannt, kein Stress, mit einem Kaffee-Stopp auf halber Strecke weil ich ohne meinen zweiten Kaffee kein angenehmer Mensch bin. Gegen 14 Uhr sind wir am Hotel angekommen – und die Zimmer waren noch nicht fertig (offizieller check-in ab 15 Uhr)..

Na und. Wir sind in die Eisdiele im Ort spaziert, haben eine Kugel zu viel gegessen und uns keine Sekunde geärgert. Genau die Energie, mit der wir in diese Woche gestartet sind.


Das Familienzimmer war dann ein Träumchen: groß, Hochbett für die Bubis, Balkon mit Bergblick. Während die Kinder das Spielzimmer erkundeten, habe ich die Koffer ausgeräumt – ich kann nicht anders, ich brauche das zum Ankommen. Hubby hat irgendwo gelächelt und nichts gesagt. Klug von ihm.

Der Nachmittag gehörte dem Ort. Barfußpark, ein kleiner Wasserfall, ein Bächle zum Reinplanschen. Das kleine Bubi entdeckt einen Frosch und weicht nicht mehr von der Stelle. Auf dem Rückweg finden wir einen Aussichtspunkt über ganz Reit im Winkl – und entdecken dabei das Freibad. Das tragen wir direkt mental für später ein.


Erster Abend: Vier-Gänge-Menü für die Eltern, SchniPo für die Bubis (natürlich), und ein Cocktail auf dem Balkon mit Bergkulisse. Der erste Tag war genau das, was er sein sollte: ein weiches Ankommen.


Montag: die Klausenbachklamm – unser absolutes Highlight

Für den zweiten Tag hatten wir uns die Klausenbachklamm vorgenommen – und zwar die Premiumvariante. 10 Kilometer, knapp 300 Höhenmeter, laut Website rund 3 Stunden. Mit zwei Bubis und 27 Grad im Tal.


Wir sind gegen 11 Uhr vom Hotel losgelaufen, direkt Richtung Festsaal und dann auf den Rundweg. Erster Stopp: unter der Brücke am Grenzsteig, Beine in die Lofer. Kalt, erfrischend, genau richtig. Dann folgt der angekündigte Anstieg – 40 Minuten, steil, knackig. Das große Bubi hüpft wie ein junges Reh hoch. Das kleine Bubi muss kurz von Mama getragen werden. Mama und Papa haben kurz innerlich gekündigt. Aber dann stehst du oben, siehst die Aussicht und die Kühe und weißt: doch, es hat sich gelohnt.


Die Klamm selbst ist das Herzstück der Tour. Ein Wasserfall, smaragdgrünes Wasser, Felsen zum Klettern. Und das Schönste: wir waren komplett allein. Keine Menschenmassen, keine Warteschlangen – einfach Natur, Stille, wir vier.


Zurück in Blindau sind es dann noch zwei Kilometer in der Sonne. Die haben uns alle vier das letzte Quäntchen Energie gekostet. Aber der Hotelpool danach? Der hat alles wieder gutgemacht. Die Bubis waren zwei Stunden im Wasser. Hubby und ich haben nichts getan. Absolut gar nichts. Und das war herrlich.


Gesamtzeit für die Klausenbachklamm-Tour: 11 bis 16 Uhr. Also gut 5 Stunden statt der veranschlagten 3. Genau richtig für uns.


Dienstag: Freibad und der Luxus des Nichtstuns

Nach dem Montag haben wir bewusst einen Gang zurückgeschaltet. Spätes Aufstehen, ausgiebiges Frühstück – da darf es für die Erwachsenen auch mal ein Sektchen sein, wir haben schließlich Urlaub – und dann gemütlich ins Freibad, das nur wenige Gehminuten vom Hotel liegt.


Das Freibad ist kein Mega-Erlebnispark. Und das ist auch gut so. Ein großes Becken mit Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich, eine ordentliche Wasserrutsche mit guter Geschwindigkeit, Riesenbrettspiele auf der Wiese, ein Kiosk mit allem was das Herz begehrt. Wir waren von 12 bis 18 Uhr dort. Sechs Stunden. Und es hat sich nicht eine Minute zu lang angefühlt.

Die Rutsche ist das Highlight für die Bubis – ich habe aufgehört zu zählen wie oft sie gerutscht sind.


TPF Pro Tip: Die Gästekarte des Hotels hat im Freibad leider nicht für freien Eintritt gereicht, obwohl das in den Infounterlagen stand – es gab nur eine Ermäßigung. Das ist uns erst abends aufgefallen. Direkt beim Eingang nachfragen und die Karte zeigen, bevor du zahlst!


Ein kleiner Hinweis noch: Von den Bäumen auf der Liegewiese tropft etwas Klebriges. Ständig. Was

genau das ist, weiß ich bis heute nicht – aber es klebt. Liege vielleicht nicht direkt darunter. 😄


Mittwoch: Freizeitpark Ruhpolding – und eine Überraschung

Mittwoch haben wir den Freizeitpark Ruhpolding eingeplant – bei leichter Bewölkung und angenehmen 26 Grad die perfekte Wahl. Und dieser Park hat uns ehrlich gesagt überrascht.

Der gesamte Park liegt im Wald. Das bedeutet: Schatten überall, angenehme Temperaturen, keine versteppten Warteschlangen in der prallen Sonne. Dazu: sauber, gepflegt, und an einem Mittwoch in den Ferienwochen überraschend wenig los. Die Drachen-Achterbahn sind wir fünfmal hintereinander gefahren – und konnten die letzten beiden Male einfach sitzen bleiben ohne neu anstellen. Wann passiert einem das?



Zwischendurch haben wir uns aufgeteilt: großes Bubi und ich zur Achterbahn, kleines Bubi und Hubby zum Dinosaurier-Ausgrabungsfeld. Spaß für alle – gleichzeitig. So muss das.

Was mich am meisten begeistert hat: Bogenschießen? Kostenlos. Bälle in die Tonne werfen? Kostenlos. Wasser-Spritzspiel? Kostenlos. Der Park verdient sein Geld über den Eintritt – und das merkt man. Keine Abzocke an jeder Ecke. Parkplatz: 3,50€. Anreise über Österreich: Vignette bei Autobahnnutzung nicht vergessen.

Rund 5 Stunden waren wir dort. Es hätten auch 7 sein können.


 (C) alle Bilder thepinkfamil.life


Donnerstag: Triassic Park auf der Steinplatte – mit Gondel und Kaiserschmarrn

Donnerstag war der ambitionierteste Tag der Woche. Die Steinplatte in Waidring, Tirol – auf knapp 1.600 Metern – beherbergt den Triassic Park, einen Freizeitbereich rund um Dinos, Fossilien und Urzeit. Anreise per Gondel, und die Familienkarte kostet rund 100 Euro. Das lässt einen kurz schlucken, keine Frage.


Aber was oben wartet, ist es wert. Zunächst: die Temperaturfrage. Unten im Tal hatten wir 20 Grad, oben zeigte die Anzeigetafel 15 Grad – und der Wind macht das zu einem echten Zwiebellook-Tag. Hubby hatte recht, als er auf langen Ärmeln bestand. Ohne ihn wären wir gefroren. Mit Jacke in der Tasche war es dann aber perfekt.

Oben gibt es einen riesigen Spielplatz mit Wasserattraktionen, Ausgrabungsstationen, Kletterangeboten und einem Floß – während die Bubis sich dort austoben, schnappen wir uns zwei Liegestühle und einen Kaffee. So soll das sein. Danach der Triassic Trail: ein Rundweg mit lebensgroßen Dinos, einer Aussichtsplattform die weit über den Fels hinausragt (nichts für mein Helikopter-Mama-Herz), einer Tropfsteinhöhle und einem Dino-Ungeheuer im See.


Und dann: Kaiserschmarrn im Bergrestaurant mit Panoramablick. Absolute Empfehlung. Der war der Hammer.


Zum Abschluss noch eine kleine Familien-Challenge in der Gondel: Wer schätzt die Fahrtzeit am genauesten? Das kleine Bubi: 5–8 Minuten. Das große Bubi: 5–7. Ich: 3–5. Hubby: 8–10. Tatsächliche Fahrzeit: 11 Minuten 45 Sekunden. Hubby gewinnt – und schweigt dazu mit dem breitesten Grinsen.


Freitag: Unter Tage im Salzbergwerk Berchtesgaden

Den letzten Tag haben wir clever mit der Heimreise verknüpft: Das Salzbergwerk Berchtesgaden liegt auf dem Weg, und so sparen wir uns an einem normalen Urlaubstag zwei Stunden Fahrt hin und zurück. Tickets im Voraus gebucht – 67 Euro Familienticket, Parkplatz 5 Euro für 5 Stunden.


Ehrlichkeit ist uns wichtig, daher: Der Start lief nicht rund. Das Restaurant vor Ort war restlos ausgebucht – Reservierung offenbar nötig, steht aber nirgends geschrieben. Auch den Erlebnispfad, den wir gerne noch gemacht hätten, haben wir trotz Ausschilderung nie gefunden. Bei 25 Grad in langen Hosen (die man für das Bergwerk braucht) auf einer Bank in der Sonne warten ist... suboptimal.


Aber dann ging es los – und das Salzbergwerk selbst hat alles wieder ins Lot gerückt. Der Overall für jeden, auch das kleine Bubi ohne Murren angezogen. Eine kleine Bahn in den Berg hinein. Tourguide Andi mit Witz und echter Begeisterung für sein Thema. Eine Rutsche tief in den Berg hinein – Jubeln der Kinder inklusive. Alte Werkzeuge, Infofilme, die Stille und das seltsame Gefühl, so tief unter der Erde zu sein. Ein Boot über den Spiegelsee mit 27% Salzgehalt – das kleine Bubi probiert natürlich das Wasser. Natürlich.

Nach dem Aufstieg mit dem Schrägfahrstuhl noch ein Abstecher durch den Shop – Gin, Likör und Salz für uns, je ein Edelstein für die Bubis. Dann Parkplatz, Auto, Richtung Heimat. Mit einem Stopp beim Goldenen M, weil nach fünf Tagen SchniPo auch den Bubis mal nach etwas anderem war. 😄


Was diese Woche wirklich war

Wir sind mit einem fast perfekten Urlaub nach Hause gefahren. Das Mittagessen am letzten Tag hat nicht geklappt. Die Gästekarte hat nicht das geliefert, was draufstand. Und ja, die letzten zwei Kilometer aus der Klamm heraus in der prallen Sonne haben uns alle vier an unsere Grenzen gebracht.


Aber diese Woche war voll von dem, was ich Marmeladen-Glas-Momente nenne: Dinge, die man einmacht, weil sie zu wertvoll sind um sie einfach so verstreichen zu lassen. Der Frosch am Bächle, der das kleine Bubi nicht mehr loslässt. Das große Bubi, das nach der Klausenbachklamm leise sagt: „Das war eigentlich geil." Der Cocktail auf dem Balkon, während die Berge im Abendlicht leuchten. Die Gondel-Challenge, die Hubby gewonnen hat und nie vergessen wird.


Reit im Winkl hat uns nicht mit Lautstärke beeindruckt. Es hat uns mit Stille, Natur und echten Erlebnissen gewonnen. Und das ist viel wertvoller.


Wenn du mit deiner Familie einen Sommerurlaub in den Alpen planst, der nicht überladen, nicht überteuert und nicht überlaufen ist – schau dir dieses kleine Bergdorf in den Chiemgauer Alpen mal genauer an. Es lohnt sich.


Zu den einzelnen Highlights folgen übrigens eigene ausführliche Artikel – mit allen Details, Tipps und ehrlichen Einschätzungen.


Warst du schon mal in Reit im Winkl – oder planst du gerade einen Familienurlaub in der Region? Ich freue mich über deine Fragen und Erfahrungen in den Kommentaren. Und wenn du auf Instagram vorbeischaust, findest du dort noch mehr Eindrücke aus unserer Woche.


Bis bald, Corinna



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Huhu, ich bin's Corinna

Hey, ich bin Corinna – Mama von zwei Jungs, Krippen-Erzieherin mit Herz und die Stimme hinter ThePinkFamily.Life.

Hier teile ich unseren echten Familienalltag: liebevoll, chaotisch, nahbar und immer mit dem Ziel, mehr Leichtigkeit in dein Leben zu bringen.


Ich bin introvertiert, detailverliebt und finde meine Ruhe in Worten, Geschichten und kleinen Ritualen. Schreiben ist mein Weg, Gedanken zu sortieren – und mit dir das zu teilen, was Familien wirklich stärkt.


Unterstützt werde ich von meinem Mann, den du hier als Hubby kennst. Er ist unser Technik- und DIY-Profi und bringt immer wieder smarte Ideen ein – von Organisation über Apple-Tools bis hin zum Familien-Smart-Home.

Gemeinsam sind wir TeamPinkFamily: Zwei Erwachsene, zwei Kids, viele Gefühle – und eine Mission: Familienalltag ehrlich zeigen und Mut machen.


Wenn du mehr über mich erfahren möchtest, schau gern auf meiner Profil-Seite vorbei.

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