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Campen in Kroatien: unser erstes Mal im Wohnmobil

Autorenbild: MsPink
MsPink
vor 1 Tag
9 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 6 Stunden

Es ist halb zwei nachts, ich stehe in der Einfahrt, habe Schlappen an und schaue auf ein Wohnmobil, das mir nicht gehört. Hinten drin sitzen zwei Bubis, die noch nie in ihrem Leben gecampt haben. Vorne sitzt Hubby, der auch noch nie gecampt hat. Und ich, ehrlich gesagt: seit gefühlt dreißig Jahren nicht mehr.

Kennst du das, wenn du etwas machst, von dem du eigentlich schon vorher weißt, dass es entweder ganz großartig oder ganz schrecklich wird — und du es trotzdem machst? Genau so hat sich das angefühlt.



Warum ausgerechnet Camping, wenn man All Inclusive liebt

Wenn bei uns die Planung für den Sommerurlaub ansteht, ist eigentlich immer klar: es geht ans Meer. Warm muss es sein, entspannt, und am liebsten mit diesem einen Geruch am Abend — After-Sun-Creme. Hubby und ich waren uns da sofort einig, dass das das absolute Highlight ist. Nein, Spaß. Aber wir lieben diesen Duft beide wirklich.

Unser Favorit war bisher aber immer All Inclusive. Einfach ankommen, sich um nichts kümmern, eine Woche im Hotel bleiben. Ohne Rundreise, ohne Städtetour, ohne täglich auf Achse zu sein. Ein Tagesausflug darf gerne dabei sein, aber dann war's das meistens auch. Wir haben da wirklich null Problem mit.


Und dann kam dieses Jahr, und ich wollte irgendwie zurück. Zurück an diesen einen Campingplatz (Camping Zelena Laguna), auf dem ich als Kind jeden Sommer verbracht habe. Diesen Ort, den ich noch im Kopf habe, obwohl er dreißig Jahre her ist. Das könnten wir doch mal mit den Bubis machen, dachte ich.

Nur: das ist eben kein Hotel. Kein fertiges Frühstück, kein fertiges Abendessen, niemand, der abräumt.

Dazu eine Sache, die wir als Familie noch nie zusammen gemacht haben. Ob das gut geht?

Hubby war überraschend offen dafür. Was vielleicht auch daran lag, dass unsere Koffer im letzten Strand-Urlaub fast die komplette Zeit verschwunden waren und erst in den letzten zwei Tagen ankamen. Da wirkt ein Wohnmobil, in dem alles Eigene mitfährt, plötzlich ziemlich verlockend. Und hey, wenn man es selbst gemacht hat, dann kann man wenigstens offiziell mitreden.


Die Vorbereitung: fast ein Jahr Vorlauf und gefühlt täglich ein Paket


Wohnmobil und Campingplatz haben wir fast ein Jahr im Voraus reserviert. Den Vorlauf braucht man heute schon fast, wenn man einen bestimmten Stellplatz haben will. Das ist schon irgendwie verrückt, findest du nicht? Es scheint, als ob die ganze Welt ab sofort campen geht.

Ein eigenes Wohnmobil kam für uns nicht infrage — ohne jede Erfahrung eins zu kaufen, macht einfach keinen Sinn. Also gemietet. Was man dabei nicht unterschätzen darf, ist die Vorarbeit. Also nicht das Buchen, sondern das Nachdenken: Was brauchen wir überhaupt? Zum Glück haben wir ein paar Camper in der Familie, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen.


Dann haben wir Amazon-Listen durchforstet, und gefühlt kam täglich ein neues Paket an. Irgendwann hat der Postbote gefühlt nur noch gegrinst. Unsere wichtigsten Essentials habe ich dir übrigens zusammengestellt — falls du dir das Durchforsten sparen willst --> zur Camping-Essentials-Liste bei Amazon*


Die Vignetten gab es zum Glück elektronisch (bis auf Kroatien) und im Voraus — klingt unspektakulär, war aber eine echte Erleichterung im Vergleich zu vor Ort zahlen. Also alles besorgt, alles gepackt, sodass wir es nur noch ins Wohnmobil einräumen mussten. Nur noch einräumen — ja, genau so hatte ich mir das vorgestellt. In zwei Stunden ist man doch locker fertig. Pustekuchen. Obwohl ich alles so genau vorbereitet hatte, hat es eine gefühlte Ewigkeit gedauert, bis wirklich alles so verstaut war, dass wir es später auch nutzen konnten. Aber gut, mit Kofferpacken ist es ja nicht anders. Zumindest bei mir…


Elf Stunden am Stück: die Anfahrt

Um zwei Uhr nachts ging es los. Gegen 13 Uhr waren wir da. Endlich. Stellplatz, wir kommen!

Eigentlich ist alles gut gelaufen. Teilweise viel Verkehr, und schnell fahren kann man mit so einem Wohnmobil sowieso nicht. Dann macht man zwei, drei Pausen, einmal tanken — und schwupps ist ein halber Tag rum.


Was schon anders ist: nachts bei Regen mit einem Wohnmobil auf der Autobahn unterwegs zu sein. Einen LKW zu überholen. Oder durch enge Ortschaften zu fahren. Klingt komisch? Ist aber so. Aber auch da bekommt man mit der Zeit eine gewisse Routine rein.

Und dann standen wir vor der Rezeption. Und die sah tatsächlich noch aus wie damals. Nach über dreißig Jahren gibt es doch immer noch ein paar Wiedererkennungspunkte. Das war ein komischer, schöner Moment.


Angekommen — und jetzt?

Dank der Campingplatz-Karte haben wir unseren Stellplatz schnell gefunden und das Wohnmobil draufgestellt. Und dann steht man erstmal da: und jetzt?!

Das Wohnmobil steht nämlich schief. Also müssen diese Auffahrdinger ran. Mit etwas Schwung haben wir auch das hinbekommen, und die Wasserwaage im Camper war zumindest halbwegs mittig.


Strom anschließen. Und dann die Markise raus. Oder doch nicht? Was, wenn Wind kommt? Hmmm. Der Nachbar meinte noch sehr ermutigend, er habe hier schon viele Markisen fliegen sehen. Na dann. Lieber erstmal drin lassen und eine Runde im Meer baden — das ist knapp 100 Meter zu Fuß entfernt. Also rein und abkühlen. Hatten wir uns verdient.

Danach kam die kleine Herausforderung unseres Stellplatzes: der Feigenbaum. Wir dachten erst, das ist ja cool. War es nicht. Jeden Morgen war Feigensammeln angesagt, weil über Nacht welche runtergefallen und schon vor sich hin gegoren sind. Igitt. Das Coole daran war, dass täglich gegen 22:30 Uhr ein Igel vorbeikam und sich ein paar Feigen einverleibte. Man konnte echt die Uhr danach stellen.


Hubby hat dann seine DIY-Künste ausgepackt und die störenden Äste mit einer vor Ort nachgekauften Wäscheleine zur Seite gebunden — vor allem wegen der Markise. Und gleich noch eine Leine für die nasse Wäsche gespannt, plus meine hängende IKEA-Wäschespinne. Man muss halt ein bisschen kreativ werden, weil jeder Stellplatz anders aussieht. Mit Bäumen, ohne Bäume, schief, gerade. Ich glaube, gerade solche Dinge machen es dann eben auch aus, diese Art von Urlaub.


Die erste Nacht war die schlimmste

Nach einer leckeren Pizza kam dann die erste Nacht. Und die war schwül und stickig. Die Hitze hat man aus dem Wohnmobil einfach nicht rausbekommen.

Zum Glück hatten wir vier Ventilatoren dabei. Die waren unser Lebensretter, sonst wäre Hubby vermutlich am zweiten Tag heimgefahren — stehende Luft geht bei ihm gar nicht. Welche wir hatten, verrate ich dir hier*.

Die restlichen Nächte war es dann zum Glück angenehm kühl, und wir konnten mit offenem Fenster und frischer Luft richtig gut schlafen.


So sah unser Tag aus

Mit der Zeit groovt man sich ein. Irgendwann hatte jeder seine Aufgaben, ohne dass wir das groß besprochen hätten. Das passiert einfach.

An einem Tag haben wir beschlossen, am Strand zu frühstücken. Also mit Sack und Pack los: Liegestühle, Kühltasche, das ganze Programm. Das hatte echt was. Mal ehrlich, wann machst du sowas schon?


Unter Tags waren wir fast durchgehend am Meer. Die Bubis quasi non-stop im Wasser, mit Luftmatratze oder ohne, mitten in den Wellen. Mit Schnorchel und Taucherbrille wurde nach Krebsen Ausschau gehalten und Skelette gesammelt. Man glaubt ja nicht, wie lange zwei Kinder sich damit beschäftigen können. Wir haben jetzt jedenfalls sehr besondere Mitbringsel zuhause.


Und weil wir einfach so in den Tag hineingelebt haben, gab es jeden Tag etwas anderes: mal ein spätes, langes Frühstück, mal Mittagessen am Camper mit unserer tollen Kochplatte, mal Abendessen an der Strandbar oder im Strandrestaurant. Pizza, vegetarische Nudeln, Cevapcici, Schnitzel, Sandwich. Kein Plan, keine Reservierung, einfach das, worauf wir gerade Lust hatten. Genau das ist für mich Campen in Kroatien geworden: jeder Tag anders und jeder Tag für sich schön.



Unsere Highlights beim Campen in Kroatien

Endlich mal wieder an diesem Ort zu sein, an dem ich als Kind gefühlt jeden Urlaub verbracht habe — nur eben in einer neuen Rolle. Als Mama sieht man manche Dinge dann doch anders. Die Bubis alleine über den Campingplatz ziehen lassen, mit neu gefundenen Freunden? Ja. Aber leicht war das für mich nicht. Richtig cool war definitiv, wenn die beiden morgens eigenständig frische Semmeln eingekauft haben. Respekt, meine zwei Lieblinge!

Habe ich schon erwähnt, dass wir ein eigenes Bad am Stellplatz hatten? Du meinst, das hat mit Campen nichts zu tun? Hm, ich finde schon. Für uns war das mega. Und wer lieber nachts um drei zum Haupthaus läuft, um sich zu erleichtern, darf das ja gerne tun.

Das Meer war herrlich klar. Bis auf die Gewittertage — aber hey, dann sind wir halt auf den großen Wellen geritten.


Einfach in den Tag hineinleben, ohne vorgegebene Frühstückszeiten. Das war beim Campen in Kroatien tatsächlich das, was ich am meisten unterschätzt hatte. Kein Zeitplan, keine Uhr, einfach so wie wir Lust hatten.


Dazu ein paar unbeschwerte Tage zu viert. Inklusive des ganz neuen Gefühls, abends zu überlegen, ob die Markise das Gewitter überlebt.

Und dann diese eine Sache, die ich vorher gar nicht auf dem Zettel hatte: keine Liegen reservieren. Kein Handtuch-Wettrennen um sieben Uhr morgens. Man hat seinen eigenen Rückzugsort ja immer dabei. Klingt banal, war aber richtig viel Entspannung.


Unser Ausflug nach Porec mit dem „Bähnle" war für mich der emotionalste Moment. Genau dieses Bähnle bin ich als Kind schon gefahren. Dass ich jetzt mit meinen eigenen zwei Bubis danebensitze, hat mich ehrlich kurz sprachlos gemacht. Gemeinsam die Fahrt und den Ausblick aufs Meer genießen — und dann erstmal durch die Promenade mit diesen vielen kleinen Lädchen. Die habe ich als Kind immer geliebt, du auch? Dieser viele Krimskrams, an dem man einfach Freude hatte. Dank unserem Geldtagebuch und den vielen Tipps zum Umgang mit Geld ist es bei unseren Bubis nicht ausgeartet, sondern lief völlig entspannt. Für den Großen gab es Trikots, für den Kleinen diese Wabbeldinger in der Dose. Jeder hatte sein Urlaubsgeld genau im Blick.


Was wir beim nächsten Mal anders machen würden

Die Hin- und Rückfahrt an einem Stück war eine Herausforderung. Für alle. Das würden wir beim nächsten Mal definitiv auf zwei Etappen aufteilen, mit Zwischenstopp.

Der Stellplatz: gerne ohne Feigenbaum. Wirklich. Also wirklich wirklich!

Zu viert im Camper geht, aber beim nächsten Mal würden wir für die Bubis ein eigenes Zelt mitnehmen.


Und dann die Sache mit den Heringen. Hubby stand mit seinem kleinen Hämmerchen auf einem Boden aus trockener Erde und Steinen und hat versucht, die klassischen Heringe für die Markise reinzubekommen. Ich sag mal so: Es war zäh. Zwei Stellplätze weiter hat der Nachbar seine einfach mit dem Akkuschrauber in den Boden gedreht. Ruckzuck, fertig. Wir durften uns dann lange, dicke Schrauben und den Akkuschrauber ausleihen — und plötzlich saß die Markise bombenfest. [AFFILIATE-LINK: Schraubheringe-Set]


Das nächste Upgrade haben wir uns direkt notiert: ein Set aus Schraubheringen plus Befestigungsplatte. Die Platte wird einmal in den Boden geschraubt, und die Füßchen an den Markisenstützen klickst du einfach ein. Klingt nach Kleinkram, ist aber genau das, was bei Gewitter den Unterschied macht: Die Platte bleibt im Boden, du klickst die Füße aus und fährst die Markise in Sekunden ein. Mit eingeschlagenen Heringen ist das schlicht nicht möglich — da gräbst du erstmal alles wieder aus, während es schon losgeht.


Und: man wurstelt halt doch etwas rum. Abspülen, einkaufen, aufräumen. Das ist kein All Inclusive, das muss einem vorher klar sein.


TPF Pro-Tipp

Reserviere rechtzeitig im Voraus — nicht wegen des Platzes an sich, sondern wegen des bestimmten Stellplatzes. Und wenn du die Wahl hast: schau dir vorher die Bäume auf der Platzkarte an, falls sie verzeichnet sind. Schatten klingt erstmal super, aber ein Obstbaum über dem Wohnmobil bedeutet jeden Morgen Aufräumdienst. Das steht in keinem Prospekt. Interessanterweise waren einige Camper unterwegs, die sich auf der Karte die für sie passenden Stellplätze fürs nächste Mal markiert haben. Auch eine Strategie!


Ehrlich gesagt

Wir hatten wunderschöne gemeinsame Tage und ganz viele neue Erfahrungen gesammelt. Und ja, ich bin ein bisschen stolz auf uns, dass wir es einfach ausprobiert haben, obwohl keiner von uns wusste, wie das läuft.


Campen in Kroatien war für uns ein richtiges Familienabenteuer. Nicht die perfekte Hochglanz-Version davon, sondern eine mit schiefem Wohnmobil, vergorenen Feigen und vier Ventilatoren. Aber genau deshalb bleibt es hängen.


Ob wir jetzt komplett zum Camping-Team konvertiert sind? Ehrlich: nein. Zwischendurch hatten wir gedanklich schon fast ein eigenes Wohnmobil gekauft, inzwischen tendieren wir eher zu einer Mobile-Home-Unterkunft. Aber definitiv wieder ans Meer. Und definitiv wieder ohne festen Frühstückszeitplan. Ach ja, und definitiv mit unserer After-Sun-Creme.


Bist du Team Camper oder Team All Inclusive? Schreib mir gerne eine Nachricht auf Instagram — ich bin echt gespannt, wie das bei euch läuft. Und noch mehr Einblicke in unseren Urlaub, inklusive der Wellen-Reels, findest du drüben auf @thepinkfamily.life. 💖


Deine Corinna




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Huhu, ich bin's Corinna

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